Schulgarten-Tagung

Mit Schulgärten das Zusammenleben gestalten - im UN-Jahr der Ernährung -

am 19./20. Juni 2012 Gartenakademie im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Neustadt a. d. Weinstraße

„Ernährung“ ist das Jahresthema 2012 der UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“. Was gilt es zu lernen über Ernährung, welches „Ernährungsverhalten“ ist gefragt, wenn wir eine nachhaltige Entwicklung anstreben? Bei uns in den reichen Industriestaaten ist das wichtigste konventionelle Lernziel bzgl. Ernährung die „gesunde“ Ernährung. Ein Luxusproblem, könnte man sagen, wenn man nach Bangladesch, Haiti oder Somalia schaut. Woanders geht es um`s nackte Überleben, um sauberes Wasser und eine Handvoll Reis am Tag. Wieder woanders werden Regenwälder abgeholzt, um riesige Soja-Äcker anzulegen, damit unser Schlachtvieh genug Kraftfutter bekommt. Auch vor diesem Hintergrund essen wir zu viel und falsch. Aber nicht nur in Übersee liegt mit der Lebensmittel- Produktion so Einiges im Argen: Auch in Europa ist sie für die ökologische Zerstörung ganzer

Landschaften verantwortlich. Die landwirtschaftliche Praxis schränkt die Biodiversität ein, Lebensmittel belasten durch weite Transportwege das Klima u. v. m. – und auch vor diesem Hintergrund essen wir zu viel und falsch.

Was aber ist richtig? Was ist „nachhaltige Ernährung“? Kurz zusammengefasst: Eine Ernährung, die der Gesundheit zuträglich ist (ausgewogen, frisch und maßvoll), und die regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugt, die ökologisch und sozial fair produziert, verarbeitet und gehandelt wurden.

Was so einfach klingt, ist schwer umzusetzen, weil die Menschen in unserer Gesellschaft sich sehr weit von der Praxis der Lebensmittelproduktion und –verarbeitung entfernt haben. Keine emotionale Beziehung und kein intellektuelles Interesse verbindet sie mit diesem Thema. Wie aber kann man in der heutigen Gesellschaft eine solche Verbindung herstellen? Und was kann das Bildungssystem hier leisten?

Es gibt einen Lernort, der den Rahmen und die Gelegenheiten bietet, Menschen wieder zu ihren Wurzeln finden zu lassen, sie quasi zu „erden“: Den Garten! Ein Schulgarten bietet die Möglichkeit, Kindern (und auch den Lehrkräften!) die Grundlagen der ältesten Kulturtechnik des sesshaften Menschen nahe zu bringen. „Nahe“ vor allem auch in dem Sinne, dass sie das, was dort geschieht, an sich heranlassen, mit dem Herzen dabei sind. Denn dann werden sie es auch leben!

Schulgärten sind aber immer noch – anders als Computerräume, Chemielabore oder Sporthallen – ein viel zu wenig beachteter Lernort, weil ihr enormes Potenzial für eine ganzheitliche Bildung nicht erkannt wird. Durch die moderne „Garten-Bewegung“ mit „Community Gardening“, Generationen-Gärten, Interkulturellen Gärten, Garten-Therapie etc. gewinnt aber auch wieder der Schulgarten an Bedeutung. Jetzt besteht die Chance, den Schulgarten nicht nur als Lernort für den Sachkunde- oder Biologie-Unterricht zu entdecken, sondern auch als Begegnungsort zwischen Jung und Alt, Schule und Stadtteil, Behindert und Nicht-Behindert, zwischen verschiedenen Kulturen und nicht zuletzt zwischen Natur und Mensch. Kooperation ist gefragt!

Damit Schulgärten dauerhaft funktionieren können, brauchen sie starke Partner: Einzelpersonen, Vereine, Umwelt- und Agendagruppen oder ganz neue Partnerschaften können den Schulgarten stark machen.

In dieser Veranstaltung zeigen wir Ihnen nachahmenswerte Beispiele und bieten Ihnen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, um zu lernen wie das geht: 

Mit Schulgärten das Zusammenleben gestalten - im UN-Jahr der Ernährung -

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