Beschreibung

Das Projekt „Aufbau eines GenerationenSchulGarten-Netzwerks in Koblenz und Region“ lief von Juni 2010 bis Ende 2012. Projektträger war der BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz. Gefördert wurde das Projekt von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) und dem MULEWF (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz).

Inhalte

In Koblenz und Region wurden auf Schulaußengeländen oder auf Flächen in der Nähe von Schulen Gärten angelegt oder "reaktiviert". Die meisten der teilnehmenden Schulen fanden im Projektzeitraum "Seniorpartner/innen", die gmeinsam mit der Schule den Garten betreuen. Die Schulen untereinander haben sich im "GenerationenSchulGarten-Netzwerk Koblenz und Region" zusammengefunden. Ein besonderes Teilprojekt stellt der Garten Herlet im Herzen der Koblenzer Altstadt entwickelt dar. Die Umgestaltung des Garten Herlet wurde gefördert von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz.

Die Gärten wurden i. d. R. als Gemeinschaftsaktion von Schülern, Eltern und Lehrern geplant und (um)gebaut, teilweise waren auch die Seniorpartner/innen in diesen Prozess eingebunden. Gemeinsam mit den Kollegien wurden Konzepte erarbeitet und erprobt, wie die Schulgartenarbeit in das Curriculum eingebaut werden kann. Insbesondere für Ganztagsschulen ergeben sich dabei vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. In den regelmäßigen Netzwerktreffen fand und findet weiterhin ein reger Austausch statt: Erfahrungen, Neuigkeiten aus der "Schulgarten-Szene", Literatur und sogar Samen und Pflanzen. Außerdem können die Teilnehmer/innen bei jedem Treffen die konkrete Schulgartenarbeit an der jeweils gastgebenden Schule im Detail kennenlernen.

Das Projekt war offizieller Kooperationspartner der Bundesgartenschau 2011 Koblenz. Auf dem Buga-Gelände gab es eine Ausstellung „Lernen im Garten“, in dem das Projekt sich präsentiert hat.

Schließlich fand im Rahmen des Projektes Mitte 2012 eine bundesweite Fachtagung unter dem Motto "Mit Schulgärten das Zusammenleben gestalten" in Kooperation mit der Gartenakademie Rheinland-Pfalz, der Deutschen Gartenbaugesellschaft und der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten statt.

Ziele

  • Dauerhafte Etablierung von Schulgärten in Koblenz und Region
  • Institutionalisierung intergenerationeller Kommunikation
  • Aneignung von Kompetenzen im Intergenerationellen Lernen
  • Transfer von Erfahrungswissen und regionaler Gartenkultur
  • Einübung von Beteiligungsprojekten (Alltagsdemokratie, soziales Lernen) an Schulen
  • Vernetzung der Schulgärten untereinander, Förderung der Kommunikation zwischen den Schulen
  • Einbindung der Schulgärten in die Programme der Schulen zur Integration von Migrantinnen und Migranten
  • Schulgarten als „Starterprojekt“ für eine naturnahe Schulgeländegestaltung
  • Einbindung der Schulgartenarbeit in das Curriculum insbesondere von Ganztagsschulen
  • Schulgarten als „Keimzelle“ der Schulentwicklung im einer „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
  • Schulgarten als „Bildungszentrum der Generationen“
  • Initiierung wechselseitiger Lernprozesse zwischen Lehrkräften und SeniorInnen
  • Schulgarten als Ort der Wertebildung: Soziale und ökologische Verantwortung
  • Nutzung der Bundesgartenschau als wichtigen „Benchmark“ in dem Prozess der Entwicklung von GenerationenSchulGärten in Koblenz und Region
  • Nutzung der Koblenzer Initiative auf der Bundesgartenschau als Forum für die bundesweite und internationale Schulgarten-Bewegung
  • Signalwirkung der Idee von Schulgärten als Generationengärten in die Region und bundesweit
    Deutscher Beitrag zur UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Thesen/Hintergründe und Schlussfolgerungen für das Projekt

  • Das Gartenwissen in Deutschland liegt heute in der Hand der Großeltern-Generation („Generation 50plus“).
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass für jeden Schulgarten SeniorpartnerInnen gefunden werden,
    • dass Lerngelegenheiten geschaffen werden (Fortbildung), in denen die Beteiligten ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Begeisterung Anderen vermitteln können,
    • dass intergenerationelles Lernen eingeübt und professionalisiert wird.
  • Schulgärten sind Lernorte, an denen sich vielerlei Ansprüche an eine zukunftsfähige Entwicklung optimal verwirklichen lassen.
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass die beteiligten Schulen ermuntert werden, über die klassische Schulgarten-Arbeit hinaus neue Konzepte zu entwickeln, die das Potenzial des Schulgartens als Lernort für „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausschöpfen.
    • dass Lerngelegenheiten geschaffen werden (Fortbildung), in denen die vielfältigen Erfahrungen mit Schulgärten vermittelt werden.
    • dass eine Differenzierung nach Schularten nur nach Bedarf vorgenommen wird.
  • Schulgärten eignen sich insbesondere auch zur Wertevermittlung: Die Empathie mit Pflanzen und Tieren ist ein Türöffner für Umwelt- und Naturschutzethik. Dabei fördern wechselseitige Lernprozesse zwischen SeniorInnen, LehrerInnen und SchülerInnen das ganzheitliche Lernen.
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass Plattformen (Unterricht, Projekte, Fortbildungen etc.) für die Begegnung mit Personen geschaffen werden, die hinsichtlich Begeisterung und Verantwortung für Garten und Natur Vorbild-Charakter haben.
    • dass der Zusammenhang von Empathie und Verantwortung sowie dessen praktische didaktische Umsetzung in der Schulung der Lehrkräfte eine zentrale Rolle spielt.
  • Die Zusammenarbeit mit SeniorInnen eröffnet nicht nur Chancen für die Schulgartenarbeit, sondern auch für einen Einstieg der Schulen in Service Learning.
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass die Akquise von SeniorpartnerInnen bevorzugt in Institutionen (Vereine, Seniorenheime, Kirchen etc.) betrieben wird, hinter denen eine Struktur steht, in der Personen, die ausscheiden, eher durch andere „ersetzt“ werden können als bei rein privaten Partnerschaften, mit denen sich dauerhafte „Service Learning“-Programme entwickeln lassen.
    • dass für jede Partnerschaft zwischen Schule und SeniorparterInnen jeweils individuelle Kooperationsstrukturen entwickelt und etabliert werden, die eine dauerhafte Zusammenarbeit ermöglichen.
  • Eine lokale Vernetzung der Schulgärten stärkt die Schulgartenarbeit, aber auch die Selbstständigkeit der Schulen.
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass ein GenerationenSchulGarten-Netzwerk in Koblenz (und Umgebung) aufgebaut wird,
    • dass Gelegenheiten des Kontakts der Schulen untereinander (rotierende Standorte für Netzwerktreffen, gemeinsame Fortbildungen, Projekte, Exkursionen etc.) geschaffen werden.
  • Eine Gartenschau ist ein idealer Anlass, das Thema „Garten“ ins Bewusstsein der Menschen zu bringen.
    Für das Projekt bedeutet dies,
    • dass das Projekt offizieller Kooperationspartner der Bundesgartenschau 2011 Koblenz ist,
    • dass im Rahmen der Buga Veranstaltungen angeboten werden, die das Netzwerk präsentieren,
    • dass ein Ankerprojekt „Lernen im Garten“ auf dem Buga-Gelände umgesetzt wird.